Apropos Ausgabe September 2017

Differenzierte Betrachtung gefragt

Lebenssatt ist nicht lebensmüde

Das Thema «selbstbestimmtes Sterben» soll man weder tabuisieren noch auf die leichte Schulter nehmen. Nach Rücksprache mit Bewohnerinnen und Bewohnern setzt die Lanzeln eine gemischte Arbeitsgruppe ein, die sich offenen Fragen im Kontext von freiem Willen und Lebensende widmet.

Die Diskussion ist lanciert. Bis jetzt hat eine Organisation wie Exit grundsätzlich keinen direkten Zugang zur Lanzeln, um aktive Sterbehilfe vor Ort anzubieten. «Warum ist das so?», wollten verschiedene Bewohnerinnen und Bewohner anlässlich eines Austauschgesprächs mit Marie-Louise Sarraj wissen.

«Aktive Sterbehilfe ist und bleibt ein gesellschaftspolitisch kontroverses Thema. Unsere derzeitige Regelung beruht auf verschiedenen Gründen. Da es sich nach wie vor um einen unnatürlichen Tod handelt, ist Polizeipräsenz und das Ausrücken des Amtsarztes unumgänglich. Diese Begleitumstände können andere Bewohner und Mitarbeitende nicht nur als unangenehm, sondern auch als belastend empfinden. Ebenso darf der Entscheid, aus freien Stücken zu gehen, meines Erachtens in keiner Weise einer spontanen Einschätzung entspringen. Die räumliche Trennung zwischen Lanzeln und Lokalität für assistierten Suizid unterstreicht diese Haltung.»