Apropos Ausgabe September 2018

Editorial

Um Schmerzmanagement und Schmerztherapie geht es in den Hauptbeiträgen dieser Nummer. Schmerz – diese Empfindung gehört zum Leben, vom Beginn bis zum Ende der Existenz. Wie man mit Schmerzen umgehen kann oder soll, darüber haben schon grosse Persönlichkeiten nachgedacht. Sigmund Freud lässt uns wissen: «Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden, als Freude zu gewinnen.» Hm; ist das eine nicht ein Stück weit eine Voraussetzung für das andere?

Meine Erfahrung in der Betagtenbetreuung belegt jedenfalls, dass vor allem chronische Schmerzen den Alltag selbst abgeklärter Geister vergällen können. Das muss heute nicht so sein, denn zum Glück halten wir es nicht mehr mit Marie von Ebner-Eschenbach, die recht pathetisch von sich gab: «Der Schmerz ist der grosse Lehrer der Menschen. Unter seinem Hauch entfalten sich die Seelen.» Und ich bin vor allem der Meinung, dass sich niemand im körperlichen oder seelischen Leiden isolieren soll. Denn sonst erhält Shakespeare recht: «Der Kummer, der nicht spricht, nagt leise am Herzen, bis es bricht.» Gegen Schmerzen, ob physische oder psychische, lässt sich angehen, das zeigt unsere Leadstory.

Marie-Louise Sarraj